TIPPS und INFOS

Schleudertrauma - unterschätzte Gefahr?

Schleudertrauma ist ein Sammelbegriff für alle Verletzungen, die durch ruckartige Beschleunigungen des Kopfes gegenüber dem Rumpf entstehen.

Diese Verletzung wird vorwiegend mit Auffahrunfällen in Verbindung gebracht. Wesentlich häufiger tritt dieses Trauma allerdings im Sport und meist kombiniert mit einer Gehirnerschütterung auf.

Aktuell ist durch unsere erfolgreiche Damenmannschaft bei der Fußball EM vielen von uns der Fußball noch sehr präsent. Besonders bei dieser aber auch bei anderen körperbetonten Sportarten wie Eishockey, Boxen, Karate, American Football, Handball und Basketball kommt es häufig zu dieser Verletzung.

Allerdings können die einzelnen Traumata nicht miteinander verglichen werden, da jede Verletzung aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeit, Ausgangsstellung des Körpers bzw. des Kopfes, Richtung und Größe der einwirkenden Kraft auf den Kopf, Vorspannung der Halsmuskulatur und anderer Faktoren individuell ist.

Durch die ruckartige Belastung kommt es zu einer Schädigung von Weichteilgewebe
(Muskeln, Gelenke, Bänder, Nerven usw.) im Bereich der Halswirbelsäule. Der Körper beantwortet diese Verletzung mit einer Verspannung der Hals- und Nackenmuskeln. Diese Schonhaltung ist eine normale Reaktion mit dem Ziel, die Heilung des verletzten Gewebes zu fördern.

Die Gehirnerschütterung ist die leichteste Form einer Schädel-Hirn-Verletzung. Sowohl das Schleudertrauma als auch die Gehirnerschütterung können meist weder im CT noch im MRT sichtbar gemacht werden, und werden daher sehr oft bagatellisiert und meist gar nicht therapiert.

Da jede Verletzung individuell ist, sind auch die Beschwerden sehr unterschiedlich.
Typisch sind Nackenschmerzen und Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule, Kopfschmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Auch vorübergehende Konzentrationsstörungen und starke Müdigkeit können auftreten. Die Beschwerden können sofort oder erst einige Stunden bis einige Tage nach dem Ereignis einsetzen.

PhysiotherapeutInnen können mit verschiedenen Therapiemaßnahmen den Heilungsverlauf optimieren und eine Chronifizierung der Beschwerden verhindern.


Brauchen Kinder Schuhe um Gehen zu lernen?

Ab dem  ersten Lebenstag bereiten sich Kinder darauf vor, gehen zu lernen. Tag für Tag entdecken sie Neues und lernen ständig neue Bewegungen. Säuglinge sind ständig in Bewegung und entwickeln so ihre motorischen Fähigkeiten nach gewissen festgelegten Gesetzmäßigkeiten, wenn wir Erwachsenen ihrer normalen Entwicklung und Entdeckungsfreude nicht im Weg stehen. Kinder rollen sich von der Rückenlage in die Bauchlage, beginnen zu robben und zu krabbeln. Damit das Selbstbewusstsein unserer Kinder durch ihre Bewegungsentwicklung wachsen kann, ist es wichtig, dass sie auch den Bewegungsübergang zum Sitzen eigenständig  und spielerisch erlernen. Werden sie jedoch schon vor diesem Entwicklungsschritt hingesetzt, wird das Training  vom Liegen zum Sitzen übersprungen. Dadurch wird das Kräftigen der Haltemuskulatur für eine weitere gesunde motorische Entwicklung verabsäumt. Nach dem Sitzen beginnen sie sich an Gegenständen hochzuziehen und selbst zu stehen. Am besten schulen sie ihre Wahrnehmung und ihr Gleichgewicht barfuß oder mit rutschfesten Socken. Feste und stabile Kinderschuhe verhindern das Spüren des Bodens und somit die Entwicklung einer guten Wahrnehmung für die eigene Körperposition. Schuhe dienen primär als Schutz vor Kälte und Verletzung. Um die Bewegungsentwicklung zu fördern, ist darauf zu achten, dass Schuhsohlen weich und elastisch sind wie z.B. bei Lederpatschen, die auch im Sommer im Freien getragen werden können. Bei Winterschuhen ist es etwas schwieriger, die richtige Wahl zu treffen – trotzdem ist es möglich auch hier Schuhe mit weicher Sohle zu finden. Kinder brauchen also nichts, als die eigene Sicherheit und das nötige Vertrauen in sich selbst, um Gehen zu lernen. Wir Erwachsenen brauchen also nicht mit ihnen zu trainieren oder ihnen spezielle Trainingsgeräte an den Fuß zu schnallen, um den Kindern das Gehen lernen zu erleichtern – sie schaffen das ganz von selbst und ohne Hilfsmittel.



Unterschied von ärztlicher Überweisung und chefärztlicher Bewilligung

Voraussetzung für die Durchführung einer Physiotherapie ist die ärztliche Verordnung (Überweisung) vom Hausarzt oder Facharzt. Damit kann der Patient  eine bestimmte Anzahl von Therapieeinheiten (7 oder 10 Termine – je nach Krankenkasse) absolvieren. Bei physikalischen Ambulatorien ohne Kassenvertrag oder freiberuflichen PhysiotherapeutInnen wird nach Abschluss der Behandlungsserie die Verrechnung direkt mit dem Patienten durchgeführt. Die jeweilige Krankenkasse refundiert nach Einreichung der bezahlten Honorarnote und des Überweisungsscheines einen Teil der Behandlungskosten. Der Rückzahlungsbetrag variiert je nach Krankenkasse und Behandlungsart, wobei die Rückvergütung für Behandlungen in Ambulatorien höher ist als bei freiberuflichen PhysiotherapeutInnen.

Wenn aufgrund des Krankheitsbildes unmittelbar ein Fortsetzen der Therapie notwendig ist (innerhalb von 13 Wochen), ist für eine Rückerstattung der Krankenkasse zusätzlich zur weiteren ärztlichen Verordnung eine chefärztliche Bewilligung erforderlich.

 

Zu Unsicherheiten bezüglich der chefärztlichen Bewilligung kommt es, wenn der Chefarzt die weitere Physiotherapie nicht oder nur teilweise bewilligt. Dabei taucht  die  Frage auf, ob der betroffene Patient die Physiotherapie fortsetzen darf.

Durch die chefärztliche Genehmigung bestätigt die Krankenkasse lediglich, dass sie einen Teil der Therapiekosten übernimmt. Ob die Therapie medizinisch notwendig ist, wird ausschließlich durch den Verordnungsschein des behandelnden Arztes festgelegt.

Zusammenfassend heißt dies, dass Physiotherapie auch bei Abänderung bzw. Ablehnung durch die Krankenkasse durchgeführt werden darf, jedoch die Pflichtversicherung sich an den Therapiekosten nicht oder nur teilweise beteiligt. Es ist möglich, die Therapie privat zu bezahlen oder einen Teil über eine Zusatzversicherung zu finanzieren.

Wir informieren Sie gerne bezüglich der Kostenübernahme Ihrer Krankenkasse. 


·              Passend zur Winterzeit:  
      Zur Entspannung der Muskulatur ist Wärme sehr gut geeignet (z.B. Wärmeflasche, Kirschkernkissen, Infrarot…)